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WLTP – Die neue Messmethode.

Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Was ist WLTP?

WLTP steht für Worldwide harmonized Light vehicle Test Procedure, also einen weltweit vereinheitlichten Testablauf für PKW und leichte Nutz­fahrzeuge. Entwickelt wurde der Messzyklus von einem Gremium der Vereinten Nationen, bestehend aus Experten der Wirtschaftskommission. Der Messzyklus löst den bis August 2018 gültigen NEFZ (Neuer Europäischer FahrZyklus) ab.

Warum wurde ein neuer Messzyklus eingeführt?

Der NEFZ war, sowohl aufgrund der Messparameter als auch der Messverfahren, nicht mehr zeitgemäß. Resultierend daraus entsprachen weder die ermittelten Verbrauchs- noch die Emissionswerte der Realität im Alltagsfahrbetrieb der Kunden.

Worin unterscheiden sich WLTP und NEFZ?

NEFZ.

  • Geschwindigkeit: 34 km/h im Mittel, 120 km/h Spitze
  • Standzeit: 25 %
  • Fahrzeit: 20 Minuten
  • Fahrstrecke: 11 km

WLTP.

  • Geschwindigkeit: 46 km/h im Mittel, 131 km/h Spitze
  • Standzeit: 13 %
  • Fahrzeit: 30 Minuten
  • Fahrstrecke: 23,25 km
Geschwindigkeit: Beim WLTP sind Durchschnitts- und Höchstgeschwindigkeit im Vergleich zum NEFZ erhöht.
Standzeit: Die reine Standzeit während der Messung wurde im Vergleich zum NEFZ fast halbiert
Fahrzeit: Die Dauer des Messverfahrens wurde um 10 Minuten erhöht.
Fahrstrecke: Die Fahrstrecke wurde mehr als verdoppelt.
Ein weiterer, wesentlicher Unterschied ist der Einbezug von Bereifung und Sonderausstattungen bei der Verbrauchsermittlung. Anders als beim NEFZ wird beim WLTP kein Fahrzeug in Basisausstattung verwendet, sondern ein individuelles Profil für das Fahrzeug mit der gewählten Sonderausstattung und Bereifung erstellt.
Notwendig wurde dies durch die großen Spreizungen bei den Radgrößen (größere Bereifungen erzeugen mehr Rollwiderstand), Sport­paketen mit Spoiler-Elementen (erhöhen den Luftwiderstand und somit den Verbrauch) und Sonderausstattungen (insbesondere bei gewichtsintensiven Optionen wie Anhängerkupplung oder Panorama-Glasdach).

Welche Folgen hat die WLTP-Einführung für die Automobilhersteller?

Alle Automobilhersteller, die ab dem 1. September 2018 produzierte Fahrzeuge in der EU verkaufen wollen, müssen die Typisierung mittels WLTP-Messverfahren durchführen. Einhergehend mit der Verpflichtung zur Verbrauchsermittlung mittels WLTP ist die Verschärfung der Abgasnormen auf Grundlage des WLTP-Messzyklus. Seit Produktions­datum 1. September 2018 müssen alle Fahrzeuge mindestens die Abgasnorm EU6c erfüllen. Bei der derzeit strengsten Abgasnorm EU6d-TEMP (verpflichtend ab 1. September 2019) wird das Emissionsverhalten des Fahrzeugs zusätzlich bei einer realen Straßenfahrt kontrolliert.
Zur Erreichung der schärferen Zielemissionswerte müssen an den Fahrzeugen weitgreifende technische Änderungen vorgenommen werden:
 
  • Turboaufgeladene Benziner benötigen einen sogenannten Otto­partikel­filter, der feinste Verbrennungsrückstände (Feinstaub) aus den Abgasen entfernt.
  • Dieselmotoren benötigen zur Einhaltung der schärferen Grenzwerte einen sogenannten SCR-Katalysator, der mittels Harn­stoff­ein­spritzung (AdBlue) den Stickoxid­ausstoß (NOX) erheblich reduziert.
CO₂
Der Einbezug von Sonderausstattungen bei der Verbrauchs- und Emissionsermittlung führt zu einem erheblichen Prüfaufwand, da sämtliche Räder-/Reifen- und Sonderausstattungskombi­nationen analysiert werden müssen. Um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, genügt die Angabe eines Minimal- und Maximalwertes zum CO2-Ausstoß und Verbrauch.

Wie reagiert BMW auf die neuen Anforderungen?

Euro6 Plakette
Um sich bereits frühzeitig mit der neuen Situation zu arrangieren, haben BMW und MINI frühzeitig diverse Maßnahmen eingeleitet:
  • Seit dem Produktionsdatum 1. Juli 2018 sind sämtliche Fahrzeuge der BMW Group mittels WLTP Zyklus typisiert.
  • Bis auf wenige Ausnahmen erfüllt die gesamte Modellpalette die derzeit strengste Abgasnorm EU6d-TEMP. Sämtliche Benziner haben seit der Produktion Juli einen Ottopartikelfilter verbaut, genauso wie jedes Dieselfahrzeug einen SCR-Katalysator.
  • Sowohl im Online-Konfigurator, als auch bei der Angebotserstellung bei Reisacher erhält der Kunde den für das jeweilige Modell individuellen Verbrauch und CO2-Ausstoß. Dies geht deutlich über die gesetzliche Mindestforderung eines Minimal- und Maximalwertes hinaus.

Welche Folgen ergeben sich hieraus für Sie als Kunden?

Für die Kunden lassen sich zunächst zwei negative Konsequenzen benennen: Durch den realitätsnahen Verbrauch und CO2-Ausstoß erhöht sich der Betrag für die Kfz-Steuer bei Fahrzeugen, die nach WLTP typisiert sind. Weiterhin gibt es durch die technischen Anpassungen insbesondere bei einigen Benzinmodellen Lieferverzögerungen, da der Verbau der Ottopartikelfilter im begrenzten Bauraum zu Einschränkungen bei der Produktion führt.
Dafür können die Kunden sicher sein, mit einem nach WLTP typisierten Fahrzeug langfristig von lokalen Fahrverboten ausgenommen zu sein, da die Abgasreinigungstechnologie dem neuesten Stand der Technik entspricht. Unsere Kunden profitieren auch davon, dass sich BMW und MINI frühzeitig mit der Situation ausei­nander gesetzt haben und im Gegensatz zum Wettbewerb vollumfänglich kurzfristig lieferfähig sind.